Eiskeller Magolsheim

Vorgeschichte

Einsturz im Eingengsbereich bei den Schwellen
Durch die Sondierungsgrabung freigelegt. Foto Helmut Attinger

Der NABU Münsingen - Mittlere Alb e.V. befasste sich schon lange mit dem Zustand des ehemaligen Eiskellers bei Magolsheim. Solange noch ein Einstiegsloch vorhanden war, fand auch eine Kartierung der dort im Winterschlaf befindlichen Fledermäuse statt.

Sondierungsgrabung

Um den Aufwand für die Restaurierung einzuschätzen, fanden im Frühjahr 2013 bereits vorgezogene Arbeiten zur Sondierung statt: Der Eingang wurde mit einem Kleinbagger vorsichtig freigelegt, damit der Zustand des Eiskellers und der Umfang der anstehenden Sicherungsmaßnahmen überblickt werden konnte. Ohne diese Vorarbeiten wären die Kosten nicht abschätzbar gewesen.

Trockenmauerwerk bietet viele Spalträume für Überwinterung von Fledermäusen
Der Gewölbekeller hinten ausgeleuchtet. Foto Rita Goller

Innenansicht

Mit dem Bauunternehmer Schmid, Garten- und Montagebau aus Merklingen, fand sich ein geeigneter Restaurator des Gewölbes. Spatenstich erfolgte im August, und brachte eine Überraschung zu Tage. Bereits nach der Freilegung zeigte sich uns die Schönheit des Eiskellers. Auch die Durchführung der Arbeiten mit viel Liebe zum Detail wertete diesen Keller zu einem vorzeigbaren Kleindenkmal auf. Ein im Schuttberg gefundener Ammonit ziert nun den Eingangsbereich.

 

Der Keller gliedert sich in 3 Bauabschnitte. Der hinterste Abschnitt von 8,70 m Länge stößt an die rückwärtige Felswand. Er wird von einer teilweise erhaltenen Trennmauer und einer Fuge im Gewölbe vom vorderen Teil abgegrenzt. Der Keller wird durch ein 3,20 m hohes Natursteingewölbe überspannt. Er besitzt drei nach oben reichende Luftschächte. Der vordere Abschnitt ist 4,80 m lang mit gleichem Querschnitt. Der Boden war vermutlich Lehm. Fünf Schwellen führen in den 3 m langen Eingangsbereich, der durch seitliche Stützmauern gesichert ist. Drei weitere Schwellen sind im vorderen Bereich, dieser war vermutlich früher überbaut.

 

Winterquartier für Fledermäuse
zwei ruhende Große Mausohren im Frühjahr Foto Helmut Attinger

Bereits 2007 durch Dr. Alfred Nagel festgestellte Arten:

 

Großes Mausohr (Myotis Myotis)

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)

Große und Kleine Bartfledermaus(Myotis randtii/mystacinus)

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

Braunes Langohr (Plecotus auritus)

Graues Langohr (Plecotus austriacus)

 

Download
Bericht zur Renovierung des Eiskellers
Denkmal und Naturschutz in einer Hand
Eiskeller Magolsheim 2014.pdf
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